Leitung

Stephan Lessenich (Sprecher)

Geboren 1965. Studium in Marburg (1983-89), Promotion in Bremen (1993), Habilitation in Göttingen (2002). Professuren an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (2004-2014) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (2014-2021). Seit 2021 Professor für Gesellschaftstheorie und Sozialforschung und Direktor des Instituts für Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt. Die Forschungsagenda des Promotionskollegs „Dialektik der Teilhabe“ zielt in den Kern meines Interesses an der politischen Soziologie sozialer Ungleichheit, einer kritischen Analyse globalkapitalistischer Vergesellschaftung – und damit an der Weiterführung, Erweiterung und Reaktualisierung klassisch »Frankfurter« Fragen.

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Bernd Belina

Bernd Belina ist Professor für Humangeographie am Institut für Humangeographie der Goethe-Universität Frankfurt. Seine inhaltlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen historisch-geographischer Materialismus, Stadtgeographie und Geographie ländlicher Räume, Politische Geographie sowie Kritische Kriminologie. Aktuelle Forschung und Publikationen befassen sich mit räumlichen Mustern rechter Wahlerfolge in Hessen und Deutschland, Wohnungsbaugenossenschaften und gemeinschaftlichem Wohnen in Frankfurt am Main und Region, Racial Profiling sowie dem Beitrag Kritischer Theorie für die Humangeographie und humangeographischen Beiträgen für ein kritisches Verständnis von Gesellschaft.

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Susanne Heeg

Susanne Heeg ist Professorin für Geographische Stadtforschung am Institut für Humangeographie. Ihr Forschungsinteresse liegt in der Untersuchung von Städten als Kristallisationspunkte gesellschaftlicher Auseinandersetzungen und als lokale Knotenpunkte im Netzwerk globaler Dynamiken. Sie versteht Städte als Arenen der Aushandlung, Ausweitung, aber auch Einschränkung von Teilhabemöglichkeiten. Ein solcher Fokus auf die Umkämpftheit der Teilhabe beinhaltet die Analyse von Bewegungen, Begegnungen, Dynamiken und Prozessen, die für Städte und Teilhabeformen konstitutiv sind. Innerhalb dieses Rahmens hat sich Susanne Heeg vor allem mit der Produktion und dem Zugang zur gebauten Umwelt als einer materiellen Voraussetzung für Teilhabe beschäftigt.

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Friedrich Lenger

Prof. Dr. Friedrich Lenger lehrt seit 1999 Neuere Geschichte an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Zuvor war er in Tübingen und Erlangen tätig und hat überdies Gastprofessuren in Oxford und an der Georgetown University wahrgenommen. Inhaltlich hat er sich vor allem mit der Geschichte des Handwerks und der frühen Arbeiterbewegung in Europa und Nordamerika sowie mit der Stadtgeschichte in eben jenen Weltregionen beschäftigt, darüber mit der Geschichte von Soziologie und Wirtschaftswissenschaft seit ihrer Entstehung. Zur Zeit arbeitet er an einer Globalgeschichte des Kapitalismus, bei der sich die Denkfigur der »Dialektik der Teilhabe« immer wieder als Schlüssel zum Verständnis gerade auch der globalen Verflechtungen erweist.

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Sarah Speck

Sarah Speck ist Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Frauen- und Geschlechterforschung. Zuvor forschte und lehrte sie in Hamburg, Berlin, Darmstadt, Tübingen und Osnabrück. Seit 2015 ist sie am Institut für Sozialforschung tätig, seit 2020 Mitglied des Kollegiums. Ihre Forschungsinteressen liegen u.a. im Bereich des widersprüchlichen Wandels der Geschlechterverhältnisse, der sozialen Reproduktion im Gegenwartskapitalimus sowie transnationaler (queer)feministischer und anderer sozialer Bewegungen. Sie hat u.a. zu Kritischer und feministischer Gesellschaftstheorie, zur politischen Ökonomie von Paarbeziehungen, zum Thema Geschlecht/Sozialisation und Erziehung, neuen Männlichkeiten, Care und Mutterschaft publiziert.

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Koordinatorin

Alexandra Schauer

Alexandra Schauer ist promovierte Soziologin und seit April 2022 wissenschaftliche Koordinatorin des Graduiertenkollegs »Dialektik der Teilhabe« am Institut für Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt. Zuvor lehrte und forschte sie in München, Jena und Gießen, Gastaufenthalte an die Université Sorbonne Nouvelle in Paris sowie an New School of Social Research in New York eingeschlossen. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Gesellschaftstheorie und Sozialphilosophie, Sozialpsychologie und Subjekttheorie, Theorien der Moderne und Spätmoderne sowie das Verhältnis der Soziologie zum Nationalsozialismus. Im Rahmen des Graduiertenkollegs beschäftigt sie sich mit Konstellationen von Zivilität und Verrohung und den ihnen zu Grunde liegenden Dynamiken gesellschaftlicher Integration, Zurichtung und Ausschließung.

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Kollegiat:innen

Gregor Berger

Gregor Berger promoviert im Rahmen des Graduiertenkollegs zur Frage, wie eine Erweiterung und Vertiefung der demokratischen Verfügung in demokratisch-kapitalistischen Staaten durch partielle Teilhabeformen und verschiedenen Formen der eingeschränkten Responsivität blockiert wird. Davor war er Humboldt Research Track Stipendiat am Lehrstuhl für Praktische Philosophie und Sozialphilosophie an der Humboldt Universität zu Berlin. Er studierte Political, Economic and Legal Philosophy in Graz und Berlin (2018-2021) sowie Psychologie in Graz (2015-2018). Zu seinen Forschungsinteressen zählen Demokratietheorie, materialistische Staatstheorie, Ideologiekritik und kritische Bildung.

Silvia Del Canto

Silvia Del Canto studierte an der Universität in Palermo, an der Ludwig-Maximilian-Universität München und am Trinity College Dublin Philosophie, Theaterwissenschaft und Soziologie. Im Rahmen ihres Dissertationsprojekts untersucht sie aus einer interaktionistischen Perspektive die Konfliktdynamiken zwischen linken und rechten Gruppierungen in Deutschland. Dabei fragt sie nach dem Verhältnis dieser Spaltungslinie zur demokratisch-kapitalistischen Gesellschaft als Ganzes. Inhaltlich liegen ihre Schwerpunkte in den Bereichen Arbeitssoziologie (insbesondere prekäre Arbeit), Kapitalismusanalyse und -kritik, kritische Theorie sowie soziale Bewegungen.

Timo Dorsch (assoziiert)

Timo Dorsch arbeitet seit Mai 2020 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Frankfurter Institut für Humangeographie. Zuvor studierte er Politikwissenschaften, Humangeographie und Journalismus in Marburg, Frankfurt am Main und Mexiko-Stadt. In seiner Promotion setzt er sich mit dem Verhältnis zwischen souveränen Machtformen, politökonomischen Dynamiken und Gewaltmechanismen auseinander, und wie sich die darin dominierenden Logiken ordnungsproduzierend in postkoloniale Räume einschreiben. Zusätzlich beschäftigt er sich im Nexus von Biopolitik, Staat und Gesellschaft mit einer Kritik der humanitären Hilfe und der moralischen Legitimierung gesellschaftlichen Handelns.

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Max Jansen (assoziiert)

Max Jansen ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt und Vorstandsmitglied des Vereins Forum kritischer Wissenschaften e.V. (FkW). Seine inhaltlichen Schwerpunkte sind an der Schnittstelle von Politischer Soziologie, Bildungssoziologie und Sozialstrukturanalyse angesiedelt. Im Rahmen seiner Promotion beschäftigt er sich aus soziologischer Perspektive mit dem sogenannten »Impostor (Hochstapler) Phänomen«, in dem er eine Form internalisierter Unterdrückung sieht. Er hat in Köln, Frankfurt, Budapest, Be’er Scheva und Beirut Soziologie und Frieden- und Konfliktforschung studiert und unter anderem zum Informationsaustausch über Cyber-Bedrohungen und polyamore Beziehungsformen publiziert.

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Ann-Katrin Kastberg

Ann-Katrin Kastberg beschäftigt sich in ihrem Promotionsprojekt mit den politischen Auswirkungen von Teilhabe- und Ausschlusserfahrungen im Zuge der sozial-ökologischen Transformation in der Lausitz. Neben dem Kolleg ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für demokratische Kultur der Hochschule Magdeburg-Stendal. Zuvor hat sie in Berlin, Münster und Mumbai Soziologie und Kultur-/Sozialanthropologie studiert und war in verschiedenen Funktionen (Tutorin, Ausstellungsleitung, Öffentlichkeitsarbeit) am Zentrum für Antisemitismusforschung tätig. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen soziologisch-sozialpsychologische Ansätze der Autoritarismusforschung, sozial-ökologische Transformationsforschung sowie Antisemitismus- und Rassismusforschung.

Sarah Kruck

Sarah Kruck promoviert zum Thema transnationale soziale Bewegungen und umkämpfte Teilhaberäume innerhalb des Mehrebenensystems der EU. Sie beschäftigt sich mit den inneren Zusammenhängen von Teilhabe und Ausschluss in modernen Demokratien und der Wahrnehmung dieser durch zivilgesellschaftliche Akteur:innen. Zuvor studierte sie an der Georg-August-Universität Göttingen Sozialwissenschaften mit den Schwerpunkten Politikwissenschaft, Soziologie und Ethnologie und anschließend International Development Studies an der Philipps-Universität Marburg. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten zählen Demokratietheorien, soziale Bewegungsforschung sowie Grenz- und Migrationspolitikforschung in der Europäischen Union.

Georg Marx

Georg Marx ist seit Februar 2023 Doktorand des Graduiertenkollegs »Dialektik der Teilhabe«. Am Institut für Sozialforschung ist er seit 2020 tätig, zuletzt als Mitarbeiter der administrativen Geschäftsführung. Zuvor studierte er Politikwissenschaft in Leipzig und Politische Theorie in Frankfurt. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Gesellschaftstheorien, Kritische Theorie, die Neue Rechte und Epistemologien der Moderne. In seinem Dissertationsprojekt beschäftigt er sich mit den Spannungsfeldern zwischen Wissensproduktion, Subjektkonstitution und Freiheitsidealen in der spätmodernen Gesellschaft.

 

Anna Rosa Ostern

Anna Rosa Ostern studierte Soziologie an der Georg-August Universität Göttingen sowie Psychologie an der International Psychoanalytic University Berlin. Als Hilfskraft wirkte sie unter anderem am transdisziplinären Projekt »Das vermessene Leben« von Vera King, Benigna Gerisch und Hartmut Rosa mit. In ihrer Forschung interessieriert sie sich für die (Spät-)Moderne als widersprüchliche Gesellschaftsformation, deren Dynamik empirisch anhand des Zusammenhangs von Psyche und Gesellschaft untersucht werden soll. Mit ihrem Promotionsprojekt zu Prepping und Öko-Individualismus als Formen eines widersprüchlichen Rückzugs schließt sie an vorangegangenen Untersuchungen zur Verhandlung psychischer Krankheit im gegenwärtigen Kapitalismus oder dem Zusammenspiel gesellschaftlicher und subjektseitiger Bedürfnisse in romantischen Liebesbeziehungen der Gegenwart an.

Marie Reich (assoziiert)

Marie Reich hat Soziologie, Geschichte, Rechtswissenschaften und Geschlechterforschung an den Universitäten in Marburg, Frankfurt und Tel Aviv studiert. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Geschlechterforschung, feministische Gesellschaftstheorie, soziale Reproduktion, Intersektionen von Sexismus und anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sowie geschlechtsbezogene Gewalt im Nationalsozialismus. Seit 2023 arbeitet sie an einem Promotionsprojekt zu Gebären im gegenwärtigen Kapitalismus.

Anton Schmidt (assoziiert)

Anton Schmidt studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Soziologie und Philosophie. Dort arbeitete er unter anderem als wissenschaftliche Hilfskraft im BMBF-geförderten interdisziplinären Forschungsprojekt "Praktiken der Solidarität" unter Leitung von Prof. Dr. Stephan Lessenich. In seinem Promotionsprojekt beschäftigt er sich mit der Geschichte des Antikommunismus in Deutschland und dessen Kontinuitäten. Zu seinen Forschungsinteressen zählen Gesellschaftstheorien, materialistische und kritische Theorie, soziale Ungleichheit sowie Staatstheorien.

Jonas Schmeinck (assoziiert)

Jonas Schmeinck ist Sozialpädagoge und Soziologe und promoviert zu den unterschiedlichen Formen der Bewährung im Umgang mit Lohnarbeit. Nach seinem Studium der Sozialpädagogik absolvierte er an der Fachhochschule Dortmund den Masterstudiengang »Soziale Nachhaltigkeit und Demographischer Wandel«. In dieser Zeit arbeitete er im Forschungsprojekt »Folgen von Sanktionen im Bezug von Arbeitslosengeld II« von Ute Fischer mit. Im Anschluss an das Masterstudium war er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und als Sozialpädagoge bei der Erziehungshilfe gGmbH tätig. Mit seinem Promotionsvorhaben an der Goethe Universität in Frankfurt am Main möchte er der Hypothese einer kollektiven und individuellen Ohnmacht durch die strukturelle Verankerung der Lohnarbeit im Kapitalismus nachgehen. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen Sozialpolitikforschung, Rechtsextremismusstudien und Formen Kritischer Sozialer Arbeit.

Constanze Stutz

Constanze Stutz ist Soziologin und promoviert im Rahmen des Graduiertenkollegs »Dialektik der Teilhabe« am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main. Zuvor lehrte und forschte sie am Lehrbereich Makrosoziologie des Instituts für Soziologie der TU Dresden. In ihrem Dissertationsprojekt »Die Töchter der realexistierenden Emanzipation« beschäftigt sie sich mit einer gesellschaftstheoretischen Rekonstruktion der feministischen Visionen der ungleichzeitigen ost- und westdeutschen Frauenbewegungen und deren Vermittlung in den biographischen Erzählungen der Nachwendegeneration. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf Gesellschaftstheorie, Feministische Theorie(n des sozialen Wandels) sowie sozialer Bewegungs- und Transformationsforschung.

Mahir Türkmen

Mahir Türkmen studierte Sozial- und Staatswissenschaften an den Universitäten Passau und Córdoba (Argentinien) sowie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören unter anderem materialistische Staatstheorien, Migrationssoziologie und kritische Rassismustheorien. Neben seinem Studium war er langjähriger politischer Bildungsreferent unter anderem bei Ufuq e. V. und Vielfaltsprojekte GmbH. Derzeit arbeitet er als Bildungsvermittler am Jüdischen Museum Frankfurt. In seiner Promotion forscht er zu transnationalen antirassistischen Bewegungen in und um Städte(n) des Globalen Nordens. Er untersucht, inwieweit neue politische Gegenbewegungen, wie, Unteilbar, BLM und Migrantifa Städte nachhaltig verändern.

Rahel Zelenkowits

Rahel Zelenkowits untersucht in ihrem Promotionsprojekt Bearbeitungsformen der Krise der sozialen Reproduktion in der Plattformökonomie sowie deren Verwobenheit mit Migrations- und Care-Regimen. Von 2016 bis 2022 studierte sie Soziologie und Pädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und war unter anderem am Lehrstuhl Soziologie und Gender Studies von Prof. Dr. Paula-Irene Villa Braslavsky als studentische Hilfskraft tätig. Ihre Forschungsinteressen liegen in der soziologischen Geschlechterforschung sowie der qualitativen Sozialforschung, insbesondere arbeitet sie zu den Themen Intersektionalität, soziale Reproduktion, digitalisierte Arbeit und Transformation und soziale Ungleichheit.

Studentische Mitarbeiter:innen

Gwendolin Ott

Gwendolin Ott studiert Soziologie im Master mit einem Schwerpunkt auf Geschlechterforschung. Sie ist seit April 2023 studentische Hilfskraft am Promotionskolleg. Zuvor studierte sie im Bachelor Sozialwissenschaften und Staatswissenschaften in Berlin und Passau. Ihr Forschungsinteresse gilt einerseits den Überschneidungspunkten von kritischer Theorie, materialistischem Feminismus und Queerfeminismus sowie deren Ausdruck in sozialen Bewegungen, Popkultur und Alltagswelt, anderseits den entsprechenden Gegenbewegungen der Neuen Rechten.

Mathis Wilk